Geotour des DAV Simbach auf den Predigtstuhl

Die erste Geotour der DAV – Sektion Simbach am Inn in diesem Jahr führte auf den Predigtstuhl bei Bad Reichenhall.

Predigtstuhl 1

Ausgangspunkt war der Parkplatz am Saalachsee. Der Aufstieg begann von Baumgarten aus auf der Forststrasse unter schattigen Felswänden. An der restaurierten Klause gabs eine kurze Rast. Hier wurde früher der Bach gestaut, um Brennholz für die Salinen ins Tal zu schwemmen. Ein Stück bachaufwärts werden die schroffen Felsen von Almen abgelöst, im Bachbett treten weichere Kalkmergelschichten zutage.
Der Anstieg entlang der Forststrasse führte durch Wettersteinkalk und Dolomit, die während der Oberen Trias vor etwa 200 Mio Jahren auf einer Schelfplattform entstanden. Dieses Karbonatgestein wurde später über den Meeresspiegel gehoben und verkarstete, wie Spalten mit rotem Lehm im Bereich der Klause zeigen. Während der mittleren und oberen Kreidezeit, vor etwa 100 Mio Jahren, wurden die Kalkgesteine wieder vom Meer überflutet. Dabei entstanden die Gesteine der Gosau - Formation, die nach dem Ort Gosau benannt ist. Die Gesteine der Gosau - Formation bestehen überwiegend aus Ton- Sand- und Mergelstein, aber auch der für die Bildhauerei geschätzte Untersberger Marmor gehört zu dieser Schichtfolge.
Eine Besonderheit war das „versteinerte Hirschgeweih“, eine Wühlspur in einer Mergelplatte, die wie ein Geweih aussah. Der Steig zur Schlegelmulde zweigte dann von der Forststrasse ab und führte durch den Bergwald vorbei an den Schlegelalmen. Im Wanderweg waren in den flacheren Wegstücken Platten der Gosaumergel zu sehen, an steileren Abschnitten standen Kalke der Trias an. In diese Kalkfelsen sind im Sattel der Schlegelmulde tiefe Dolinen eingebrochen um die der Wanderweg herumführt.

Geweih
Im Gasthaus Schlegelmulde wurde ausgiebig Rast gemacht, bevor der Predigtstuhlgipfel „erklommen“ wurde. Über den Waxriessteig ging es wieder zurück zum Parkplatz, wo zuerst die Füße im Saalachsee gekühlt wurden.

Isolde und Albert Ulbig