Skiwanderer über dem Nebelmeer: Ausbildungstour des DAV-Simbach zum Peitingköpfl

Dreizehn Mitglieder der Simbacher Alpenvereinssektion hatten sich zur ersten im Programm ausgeschriebenen Skitour dieses Winters angemeldet. In den Chiemgauer Alpen wurden sie von zwei ausgebildeten Fachübungsleitern bei den ersten Schritten in den Skitourenwinter bzw. in die eigene Skitourenkarriere begleitet. Sie hatten sich mit anspruchsvollen Bedingungen auseinanderzusetzen, aber es ergab sich auch ein intensives Naturerlebnis.

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Die 700 Höhenmeter, die man vom Heutal aus bis zum 1.720 m hohen Peitingköpfl, einem Nachbarberg des Sonntagshorns, unter die Steigfelle nahm, waren gut zu bewältigen. Man ging in zwei Gruppen, damit man sich jedem einzelnen widmen konnte, denn es waren ja viele Neulinge dabei und der Anstieg wurde immer wieder durch Ausbildungssequenzen unterbrochen.

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Bis auf 2.000 Meter hinauf hatte es geregnet und nun hatte die Ausstrahlung der letzten klaren Nächte die durchfeuchtete Schneedecke in einen pickelharten Eispanzer verwandelt. So hatte diesmal auch der sonst einfache Anstieg immer wieder seine Tücken. Dass richtige Gehtechnik, richtige Belastung des Skis „auf Reibung“ wichtiger ist als stupider Krafteinsatz, dass man vorgegebenen Spuren nicht immer vertrauen sollte, das haben die Anfänger erspürt und sie haben die Schwierigkeiten gemeistert. Und wenn eine ganze Gruppe an geeigneter Stelle synchron die vermaledeite Spitzkehre übt, dann sieht das ein bisschen aus wie im Skifilm aus den 30er-Jahren.

Für die Motivation war es auch sehr förderlich, dass die Skibergsteiger nach der Hochalm (1.400 m) die Hochnebelschicht durchbrachen und fortan in gleißender Sonne und bei Windstille den Blick über das Nebelmeer genießen konnten.

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Nach Gipfelgruß, Gipfelfoto und Gipfelbrotzeit setzte sich die Gruppe dann intensiv, theoretisch und praktisch mit dem Thema Lawinengefahr auseinander. Man besprach Hangsteilheit, Schneebeschaffenheit, Exposition und Belastung als Faktoren, welche das Lawinenrisiko bedingen, und übte, wieder in zwei Gruppen, den Umgang mit Lawinenpieps, Sonde und Schaufel.

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Bei der Rückkehr zum Ausgangspunkt bewährten sich die Ski wieder einmal als Abstiegshilfe, an genussvolles Schwingen war bei diesen Schneeverhältnissen nicht zu denken. Dennoch waren alle zufrieden, als man sich zur Abrundung des sehr lehrreichen Tages in einer Restauration in Schneizlreuth noch nach dem Befinden der Schönheitskönigin erkundigte...

Leitung: Stephan Haslinger

Zweiter Tourenführer: Benedikt Bittcher

Teilnehmer: 13